Diese Fragen stellen uns IT-, Sicherheits- und Datenschutzteams am häufigsten. Jede Antwort ist kurz und verweist auf die Seite mit den Details. Die Antworten beziehen sich auf den Betrieb durch Pareo. Was sich ändert, wenn Pareo in Ihrer eigenen Azure-Umgebung läuft, steht unter Betriebsmodell wählen. Für weitere Fragen erreichen Sie uns unter .
Hosting und Datensouveränität
Welche Betriebsmodelle bietet Pareo an?
Pareo gibt es in drei Betriebsmodellen: im Betrieb durch Pareo, im Betrieb durch Pareo mit KI und Speicher in Ihrem Azure-Mandanten und vollständig in Ihrer eigenen Azure-Subscription. Im letzten Fall holt Ihre Instanz jedes Update selbst ab und prüft es, im Wartungsfenster oder wenn Ihr Admin auf Aktualisieren klickt. Pareo betreibt sie über eine Azure-Delegierung, die Sie jederzeit widerrufen können. Einen Vergleich und eine Entscheidungshilfe finden Sie unter Betriebsmodell wählen.
Ein dediziertes Setup ist „Ihre Azure-Umgebung“, betrieben durch Pareo. Siehe Betriebsmodell wählen. Den Betrieb im eigenen Rechenzentrum (On-Premises) bieten wir heute nicht standardmäßig an, sprechen aber gern darüber.
Unterstützt Pareo bei NIS2?
Nach NIS2 gehört Pareo als Lieferant zu Ihren Pflichten in der Lieferkette (Art. 21 Abs. 2 Buchst. d). Für diesen Fall gibt es „Ihre Azure-Umgebung“ als dedizierte Variante:
- Eigener Cluster, eigene Datenbank und eigener Key Vault in Ihrer Subscription.
- Keine Infrastruktur, die Sie mit anderen Kunden teilen.
- Die Installation übernimmt nur signierte Releases.
- Der Zugriff des Betreibers ist zeitlich begrenzt, braucht 2FA und eine zweite Freigabe und steht in Ihrem Activity Log. Sie können die Delegierung jederzeit entziehen. Damit endet jeder Zugriff durch Pareo sofort; Betrieb und Support ruhen, solange sie fehlt.
Siehe Betriebsmodell wählen und Sicherheit.
Läuft „Ihre Azure-Umgebung“ auch mit einem privaten Cluster?
Ihre Benutzer erreichen Pareo nur aus Ihrem Netz, über eine private Adresse. Bei der Cluster-API ist es anders: Pareo führt Änderungen am Cluster direkt aus. Die API behält deshalb einen öffentlichen Endpunkt, und eine Firewall weist alle Adressen außer der eingetragenen ab. Key Vault und Speicherkonto erreichen nur das Subnetz Ihres Clusters und vertrauenswürdige Azure-Dienste. Siehe Netzzugriff.
Wo wird Pareo betrieben?
Pareo läuft auf Google Cloud in der EU. Die Hauptregion ist Belgien (europe-west1). Die
Datenbank-Backups liegen in der EU-Multiregion von Google. Eine tägliche Kopie der Dokumente geht in
eine zweite EU-Region, Frankfurt (europe-west3). Siehe Sicherheit.
Verlassen unsere Daten die EU?
Beim Betrieb durch Pareo nicht. Ihre Daten werden in der EU gespeichert und verarbeitet, und auch die KI-Modelle laufen in der EU (Datenresidenz in der EU). In Ihrer eigenen Azure-Umgebung wählen Sie die Region und den KI-Endpunkt. Nur zwei optionale Abfragen gehen an Dienste in den USA: die Ermittlung der CAS-Nummer zu einem Stoffnamen und eine Websuche, wenn Sie einen eigenen API-Schlüssel hinterlegen. Diese Dienste erhalten keine personenbezogenen Daten und keine Dokumente. Siehe Datenspeicherort und Verarbeitung.
Welche Unternehmen verarbeiten unsere Daten?
| Anbieter | Zweck | Standort |
|---|---|---|
| Google Cloud (Google Ireland Limited) | Hosting, Datenbank, Dateien, Backups, Textanalyse für die Suche | Belgien; Kopie der Dateien in Frankfurt |
| Amazon Web Services (AWS EMEA SARL) | KI-Modelle, E-Mail | EU |
Siehe Unterauftragsverarbeiter.
Sind unsere Daten von den Daten anderer Kunden getrennt?
Ja. Die Daten jeder Organisation sind logisch von denen aller anderen Kunden getrennt (Mandantentrennung per Row-Level Security in der Datenbank). Siehe Sicherheit.
Sicherheit
Wie schützen Sie unsere Daten?
Alle Verbindungen und alle gespeicherten Daten sind verschlüsselt (TLS 1.2 oder neuer mit HSTS, Speicherverschlüsselung mit AES-256). Besonders sensible Inhalte, etwa Lieferantenantworten und die Kontaktdaten von Unterzeichnern, sind zusätzlich mit einem eigenen Schlüssel verschlüsselt (Verschlüsselung auf Feldebene). Selbst mit einer Kopie der Datenbank sind sie nicht lesbar. Angriffe aus dem Internet werden gefiltert, bevor sie Pareo erreichen (Web Application Firewall, Rate-Limiting), und es läuft nur Software, die Pareo freigegeben hat (signierte Container-Images mit SBOM). Siehe Sicherheit.
Sind Sie zertifiziert (ISO 27001, SOC 2, TISAX)?
Pareo selbst ist noch nicht zertifiziert. Unsere Infrastrukturanbieter, Google Cloud und Amazon Web Services, sind nach ISO/IEC 27001 und SOC 2 zertifiziert. Deren Zertifizierungen decken die Infrastruktur ab, für die Anwendung sind wir verantwortlich (Shared-Responsibility-Modell). Unsere eigenen Maßnahmen sind Teil des Auftragsverarbeitungsvertrags (TOM nach Art. 32 DSGVO).
Führen Sie Penetrationstests durch?
Ja. Umfang und Zeitpunkt eines Penetrationstests stimmen wir gern mit Ihnen ab, auch mit einem Dienstleister Ihrer Wahl. Zusätzlich prüfen wir die Plattform regelmäßig automatisiert auf Schwachstellen (Abhängigkeits-, Container- und Secret-Scanning).
Wer bei Pareo hat Zugriff auf unsere Daten?
Nur die technischen Administratoren der Plattform haben Zugriff auf das Produktivsystem, und nur mit den Rechten, die sie dafür brauchen (Least Privilege). Jeder Zugriff erfordert eine Mehr-Faktor-Authentifizierung (MFA) und wird protokolliert (Audit-Logging). Die Berechtigungen prüfen wir jedes Quartal (Rezertifizierung). Damit orientieren wir uns an ISO/IEC 27001, Anhang A 5.15, 5.18, 8.2 und 8.15. Siehe Sicherheit.
Was passiert bei einem Sicherheitsvorfall?
Bei einer Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten informieren wir betroffene Kunden innerhalb von 48 Stunden (Meldung an den Verantwortlichen nach Art. 33 Abs. 2 DSGVO). Eine Schwachstelle melden Sie an (Responsible Disclosure).
Wie sichern Sie unsere Daten?
Die Datenbank wird täglich gesichert, die Backups bleiben 14 Tage erhalten. Sie lässt sich auf jeden Zeitpunkt der letzten 7 Tage wiederherstellen (Point-in-Time-Recovery). Eine tägliche Kopie der Dokumente geht in eine zweite EU-Region. Die Backups bleiben in der EU. Siehe Sicherheit.
Datenschutz
Schließen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) ab?
Ja. Sie sind Verantwortlicher, Pareo ist Auftragsverarbeiter nach Art. 28 DSGVO. Der Vertrag enthält unsere technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOM) und die Liste der Unterauftragsverarbeiter. Wir senden ihn Ihnen auf Anfrage zu.
Welche personenbezogenen Daten speichert Pareo?
| Daten | Zweck | Aufbewahrung |
|---|---|---|
| Name und E-Mail-Adresse Ihrer Benutzer | Anmeldung, Benachrichtigungen | Dauer des Kontos |
| Kontaktdaten in Anfragen, Lieferantenantworten und Erklärungen | Beantwortung von Anfragen, Nachweispflichten | 10 Jahre, nach den Aufbewahrungspflichten aus REACH und RoHS |
| Nachrichten im Assistenten-Chat | Unterhaltungen mit dem Assistenten | 1 Jahr |
| Zugriffsprotokoll: E-Mail-Adresse, IP-Adresse, Browser | Sicherheit | 90 Tage |
Pareo speichert nur, was für diese Zwecke nötig ist (Datenminimierung nach Art. 5 DSGVO). Die vollständige Liste mit Rechtsgrundlagen steht unter Datenspeicherort und Verarbeitung.
Wie lange speichern Sie Daten, und wie werden sie gelöscht?
Jede Art von Daten hat eine feste Aufbewahrungsfrist (Löschkonzept). Auf Ihre Weisung löschen wir die Daten Ihrer Organisation. Datenbank-Backups werden nach ihren 14 Tagen gelöscht. Löschungen erreichen die Kopie der Dokumente innerhalb eines Tages, alte Dateiversionen entfallen nach 90 Tagen. Siehe Datenspeicherort und Verarbeitung.
Können wir unsere Daten exportieren?
Ja. Ihre Dokumente und jedes Ergebnis, das Pareo erstellt hat, können Sie jederzeit herunterladen. Produktdaten exportieren Sie in offenen Standardformaten (Verwaltungsschale/AAS, IPC-1752A). Siehe Daten aus Pareo exportieren (Kunden-Login erforderlich).
KI und Modelle
Welche KI-Modelle nutzt Pareo?
Pareo nutzt große Sprachmodelle (LLMs) etablierter Anbieter über deren EU-Cloud-Regionen. Die Seite Unterauftragsverarbeiter nennt den aktuellen Anbieter und die Region.
Werden unsere Daten zum Training von KI-Modellen genutzt?
Nein. Die Modellanbieter verarbeiten Ihre Daten nur, um die jeweilige Antwort zu erzeugen, und dürfen sie vertraglich nicht zum Training nutzen. Pareo trainiert eigene Modelle nur mit synthetischen Daten, nie mit Kundendaten.
Sind Sie an einen KI-Anbieter gebunden?
Nein. Pareo funktioniert mit verschiedenen Modellen (modellagnostische Architektur). Wir können das Modell wechseln, ohne dass sich für Sie etwas ändert. Wechseln wir den Anbieter, informieren wir Sie vorher, wie bei jedem neuen Unterauftragsverarbeiter.
Wie verhindern Sie falsche KI-Antworten?
Jeder Wert, den Pareo ausliest, verweist auf die genaue Stelle im Quelldokument (Grounding mit Quellenangabe). Pareo zeigt für jeden Wert, wie zuverlässig er ist (Konfidenzwert), und ein Mensch gibt jede Antwort frei, bevor sie versendet wird (Human-in-the-Loop). Siehe Extraktion und Quellenangaben (Kunden-Login erforderlich).
Zugriff und Identität
Gibt es Mehr-Faktor-Authentifizierung auch ohne SSO?
Ja. Bei der Anmeldung per Passwort dient ein Passkey (WebAuthn) als zweiter Faktor, gespeichert auf dem Gerät oder auf einem Sicherheitsschlüssel. Ein Admin kann für alle Anmeldungen per Passwort in der Organisation einen Passkey verlangen. Wer alle Passkeys verloren hat, lässt sie von einem Admin zurücksetzen.
Unterstützen Sie Single Sign-on (SSO)?
Ja, über SAML 2.0, zum Beispiel mit Microsoft Entra ID, Okta und Google Workspace. Die Mehr-Faktor-Authentifizierung (MFA) übernimmt Ihr Identitätsanbieter (IdP). Benutzer werden bei der ersten Anmeldung angelegt (Just-in-Time-Provisioning). Auf Wunsch schalten Sie die Anmeldung per Passwort ab, sodass nur noch SSO möglich ist (Enforced SSO). Siehe Single Sign-on (Kunden-Login erforderlich).
Wie funktionieren Rollen und Rechte?
Jeder Benutzer hat eine Rolle, die seine Rechte festlegt (rollenbasierte Zugriffskontrolle, RBAC): Admin für Einstellungen und Benutzerverwaltung, Operator für die tägliche Arbeit. Mit SSO legt Ihr Identitätsanbieter die Rolle fest: Gruppen aus Ihrem Verzeichnis werden bei jeder Anmeldung Pareo-Rollen zugeordnet (Identity Federation mit Rollenzuordnung). Siehe Benutzer und Rollen verwalten (Kunden-Login erforderlich).
Sehen wir, wer was geändert hat?
Ja. Pareo protokolliert jede Änderung an einem Datensatz mit altem Wert, neuem Wert, Benutzer und Zeitpunkt (Audit-Trail). Jeder Compliance-Wert zeigt außerdem seine Quelle (Datenherkunft).
Integration und IT-Aufwand
Was muss unsere IT für den Start tun?
Beim Betrieb durch Pareo gibt Ihre IT ausgehendes HTTPS zu app.pareo.ai (Port 443) frei. Ihre Benutzer
brauchen nur einen Browser, Single Sign-on ist optional. In Ihrer eigenen Azure-Umgebung genügt ein
OpenTofu-Lauf in einer leeren Subscription. Die Aufgaben im Einzelnen beschreiben
Einrichtung beim Betrieb durch Pareo und
Pareo in Ihrer Azure-Umgebung einrichten.
Das Onboarding kann mit Dateiexporten aus Ihren Systemen beginnen. Die Anbindung an SAP oder Teamcenter über den Pareo Connector folgt, sobald Sie sie brauchen.
Wie wird Pareo an SAP, Teamcenter oder andere Systeme angebunden?
Über den Pareo Connector, eine eigenständige Software, die Sie in Ihrem Netzwerk betreiben. Sie läuft als Container auf einer Linux-VM. Eine Windows-Version stellen wir auf Anfrage bereit. Den Connector richtet der Pareo-Support gemeinsam mit Ihrer IT ein. Der Connector liest SAP und Teamcenter über deren Standardschnittstellen (OData, SOA). Er sendet die Daten über HTTPS an Pareo (signierte Anfragen). Pareo baut nie eine Verbindung in Ihr Netzwerk auf, und es muss kein Port geöffnet werden (Outbound-only, keine eingehenden Firewall-Regeln). Siehe Sicherheit des Connectors. Eine neue Organisation erreicht SAP standardmäßig über den Pareo Connector. Pareo ruft SAP nur auf Anfrage direkt ab. Läuft Pareo in Ihrer eigenen Azure-Umgebung, greift es ohne Connector direkt auf SAP und Teamcenter zu.
Braucht Pareo Schreibrechte in unseren Systemen?
| Ohne Zurückschreiben (Standard) | Mit Zurückschreiben (optional) | |
|---|---|---|
| Funktion | Liest nur die benötigten Daten und ändert nichts in Ihren ERP- oder PLM-Systemen | Schreibt zusätzlich Ergebnisse zurück, etwa den Compliance-Status eines Materials nach SAP |
| Rechte des technischen Benutzers | Nur Leserechte | Schreibrechte nur auf die Felder, die Pareo zurückschreibt |
| Aktivierung | Nicht erforderlich | Durch einen Administrator Ihrer Organisation, für jedes System einzeln |
Das Zurückschreiben (Write-back) ist standardmäßig deaktiviert. Für SAP braucht es eine eigene Zugangsberechtigung, getrennt von der zum Lesen. Mit der Zugangsberechtigung zum Lesen lässt sich nichts ändern oder löschen.
Ersetzt Pareo unser ERP oder PLM?
Nein. Pareo arbeitet neben Ihren bestehenden Systemen. Diese bleiben die Quelle Ihrer Stammdaten (führendes System). Pareo deckt ab, wofür diese Systeme nicht ausgelegt sind: Compliance-Nachweise sammeln, bewerten und belegen.
Warum lösen wir das nicht direkt in unserem ERP oder PLM?
Weil die meisten Compliance-Daten gar nicht in Ihrem Stammdatensystem entstehen, sondern bei Ihren Lieferanten und bei Behörden.
| Aufgabe | Im ERP oder PLM | In Pareo |
|---|---|---|
| Nachweise von Lieferanten (Datenblätter, Erklärungen, E-Mails) | Liegen unstrukturiert als Anhänge vor und werden von Hand übertragen | Pareo liest sie aus und verknüpft jeden Wert mit seiner Fundstelle im Dokument |
| Regulatorische Listen (SVHC-Kandidatenliste, Beschränkungen, Ausnahmen) | Müssen manuell gepflegt werden | Pareo prüft die ECHA-Listen jede Woche und bewertet betroffene Produkte bei einer neuen Version automatisch neu |
| Compliance-Regeln ändern | Customizing-Projekt mit Ihrer IT oder einem Berater | Ihr Compliance-Team ändert die Regeln selbst und sieht vor dem Speichern, welche Materialien, Produkte und bereits versendeten Antworten sich ändern (Auswirkungsanalyse) |
| Bewertung über die Stückliste | Eigenentwicklung nötig | Bewertung über mehrstufige Stücklisten, bei jeder Änderung neu zusammengefasst |
| Widersprüchliche Quellen, abgelaufene Erklärungen | Nicht vorgesehen | Pareo zeigt Widersprüche zwischen Quellen und die Gültigkeit jeder Erklärung |
| Kundenanfragen (Excel-Vorlagen, Portale) | Werden außerhalb des Systems von Hand beantwortet | Pareo erstellt die Antwort aus Ihren Daten, ein Mensch gibt sie frei |
Pareo ist für Compliance-Verantwortliche entwickelt, nicht für die Pflege von Stammdaten. Das Ergebnis landet trotzdem in Ihrem Stammdatensystem: Mit dem Zurückschreiben (Write-back) steht der Compliance-Status dort, wo Ihre Prozesse ihn brauchen, zum Beispiel für eine Prüfung bei Bestellung oder Freigabe.
Kommt Pareo mit unserer Datenmenge zurecht?
Ja. Pareo unterstützt Kataloge mit Hunderttausenden von Teilen und mehrstufigen Stücklisten. Auch bei dieser Größe wirken Regeländerungen sofort: Schon vor dem Speichern zeigt Pareo, welche Materialien, Produkte und Antworten sich ändern (Echtzeit-Regelauswertung).